28. Februar 2026, Zinnwald: Miriquidi – Der 24 Stunden Skilanglauf

Zum 9-ten und definitiv letzten Male, sollte das deutschlandweit einmalige 24h Ski-Rennen in Zinnwald ausgetragen werden. Über 20 Skiklubler:innen bereiteten sich monatelang akribisch auf das Rennen vor, Essenstrategien wurden entworfen und Freunde als Wachsteam gewonnen. Leider durchkreuzten frühlingshafte Temperaturen die Austragung auf Ski. Die Organisatoren der K.V. Rohnspitzler hatten einen Plan B, 8 h Crosslauf sollten es werden.

Des einen Leid, des anderen Freud - einige Teams wurden kurzerhand neu gewürfelt. Bereits am Freitag ging es für Steve und Peter mit Kreuzhake und Spaten auf die Strecke. Entgegen meiner Vermutung war diese zum Großteil noch mit Schneeresten und Eis belegt. Den ganzen Tag über kämpften wir mit 20 Gleichgesinnten, Bagger und Pistenraupe gegen das Eis, um die Strecke irgendwie laufbar zu bekommen. Das Paradoxe: In der letzten Austragung schaufelten wir ebenso den ganzen Freitag, allerdings den Schnee aus dem Wald auf die Strecke. Diesmal eben andersrum.

Am Samstagmorgen begrüßte uns sonnigstes Zinnwaldwetter, fast schon sommerlich! Die Rumpfmuskulatur meckerte ganz schön rum ob der Belastung vom Vortag, ist ja aber für einen Crosslauf Nebensache, redete ich mir zumindest ein.

Als Verein hatten wir alle möglichen Utensilien wie Pavillon, Skiständer, Wachstisch usw. mitgebracht und bauten unser Ski-Lager hübsch dekoriert direkt an der Strecke auf.
10 Uhr Start. Sven Kaul, Andreas Herbst (ehemals Skiklub) und Peter John liefen die Startrunde (außerhalb der Wertung) als Gaudi mit Ski, mit 30min Rundenzeit gar nicht so viel langsamer als die letzten Laufrunden von Peter =).

Es folgten 8 h Crosslauf. Der Skiklub war mit Einzelstartern und 4er-Teams zahlreich vertreten. Im 4er konnte nach Belieben gewechselt werden, als Einzelstarter natürlich nicht. Laufen, Essen, Laufen, Beine Lockern, Anfeuern, laufen, quälen….
Je nach Ambitionen und Trainingszustand gestaltete sich der Lauf für jeden Startenden anders.
Ich kann nur sagen: Ich war froh, dass ich äußerlich betrachtet, nicht der Einzige gewesen zu sein schien, der gelitten hat… und das im 4er.
Großen Respekt vor allen Einzelstartern!

Der Tag endete mit Siegerehrung und Abschlussparty und… einer Träne im Knopfloch.

Ein riesengroßes Dankeschön an das Orgteam der K.V. Rohnspitzler und deren Sponsoren für deren Einsatz bei diesem und auch allen vergangenen Austragungen des Miriquidi. Die Orga ist eine Mammutaufgabe die man gar nicht hoch genug Loben kann. Danke ebenso an Frank Meutzner für dessen Initiierung vor 19 Jahren! Der Miriquidi hat uns zwei Dekaden in unserem Leben bereichert, dessen Erfahrungen, Leid und Freude ich nicht missen möchte.

Ergebnisse von Skiklubmitgliedern & Friends:

Einzelstarter
P4: Jacob Vogt 75,2km
P17: Christoph Römhild mit 56,4km
P21: Dirk Römhild mit 56,4km
P25: Lars Hofmann mit 51,7km
P4w: Bettina Langer mit 51,7km

4er Teams
P1: Skiklub Dresden-Niedersedlitz (Olaf Schau, Richard Wetzel, Frank Blumensaat, Robert Götz) mit 103,4km
P5: Diamir-Cross with Friends (Stefan Hilger, Kornelia Schau, Uwe Dreilich, Carolin Härtel) mit 89,3km
P6: Spur Sprenger (Till Töpfer, Florian Otto, Lisa Dietze, Lucy Hauswald) mit 89,3km
P8: Skiklub vs. Skizunft (Peter John, Thomas Wagner, Sven Kaul, Ingolf Trischler) mit 89,3km
P12: Team TG1 (Henry Göpel, Marie Göpel, Theo Flieger, Helena Schau) mit 84,6km

P1w: Schneeeulen (Ines Thomas, Susan Grimmer, Doris Möller, Diana Rothe) mit 79,9km
P2w: endLOS (Liane Heinrich, Corinna Kretzschmar, Ines Uhlig, Theresa Krämer) mit 79,9km
P3w: Pritti Wummens (Claudia Tümmler, Marianne Nimsch, Anja Wagner, Juliane Hartmann) mit 75,2km

Aufgeschrieben von Peter J.


29. Januar bis 6. Februar 2026, Sappada: Masters World Cup

Für diesen Winter war meine vierte Teilnahme an einer Seniorenweltmeisterschaft im Skilanglauf geplant, wobei der Name insofern irreführend ist, da man bereits ab 31 Jahren starten kann. Aber mal schön der Reihe nach: Nach guter Herbstvorbereitung in der Skihalle in Oberhof und zeitigem Schneefall im Erzgebirge war für Ende Januar 2026 die Marcialonga als richtungsweisendes Vorbereitungsrennen geplant. Und genau das war es dann auch, 70 Kilometer Schneefall, davon 50 km mit Wind von vorn, für vier Stunden ein epischer Kampf im oder gegen den Neuschnee ließ hoffen. Ich lag im Ziel nur 25 Minuten hinter dem Sieger!

Es folgten noch ein paar Tage entspanntes Höhentraining auf der Seiser Alm, um dann nach Sappada umzusetzen, einem kleinen deutschsprachigen Ort (Plodn) in den Karnischen Alpen im Nordosten Italiens. Bereits am nächsten Tag stand der erste Wettkampf über 20 km in der klassischen Technik an. Nach leichten Plusgraden am Vortag waren früh minus 8°C zu verzeichnen. In meiner Altersklasse waren gute Klassikläufer am Start und ich der einzige „Schieber“, also ohne Steigwachs auf dem Ski. Bei den vier Runden a 5 km war je Runde eine Klassikzone dabei, in der filmend kontrolliert wurde, also hieß es, den klassischen Stil zu imitieren und die dabei entstehenden ca. 20 m Rückstand wieder aufzuholen. So ging es vier Runden lang, Lücke da, schieben unter Volllast, Lücke geschlossen, ein wenig erholen, um in der letzten Runde in der letzten Spitzkehre die entscheidende Attacke zu setzen. Es gelingt, ich bin vorn, die drei anderen direkt dahinter, der Puls rast, die Luft wird immer knapper. Trotzdem erhöhe ich im Zielgarten nochmal die Frequenz: Sieg, völlig fertig, nach Luft schnappend, kaum zu realisieren, meine erste Goldmedaille bei einem Masters World Cup! Wahnsinn!

Am nächsten Tag steht bei minus 11 Grad und knirschendem Schnee der Sprint über 10 km klassisch an. Die zwei Runden a 5 km sind vom Vortag wohlbekannt, also die gleiche Taktik: Als Schieber in der Technikzone nicht zu viel verlieren, die Lücke wieder schließen, etwas erholen. In der zweiten Runde warte ich auf die letzte Spitzkehre, ziehe außen außerhalb der beiden Loipen an den drei vor mir liegenden Läufern vorbei und gehe von vorn in die letzte kurze Abfahrt. Im Zielgarten versucht der Finne rechts an mir vorbeizukommen. Als ich seine Skispitzen neben mir sehe, erhöhe ich nochmals die Schlagfrequenz und rette drei Zehntel Vorsprung ins Ziel! Unglaublich, es hat nochmals im Sprint zum Sieg gelangt!

Nach einem Pausentag folgte die Staffel über 4x5 km. Die deutsche Staffel ist in meiner Altersklasse von den bisherigen Ergebnissen am stärksten besetzt und wir werden dem gerecht. Mit einer Minute Vorsprung vor den Norwegern holen wir souverän Gold. Nach einem weiteren Tag Erholung, an welchem die Skater ran durften, folgten am letzten Wettkampftag die 30 km klassisch über vier Runden a 7,5 km. Es gibt zwei Technikzonen je Runde. Die guten Klassikläufer wittern ihre Chance und versuchen in den ersten beiden Runden die Lücke genau dort zu reißen. Das gelingt ihnen zwar, aber es sollte nicht reichen, um mich abzuschütteln. In der dritten Runde gehe ich in die Offensive, bringe eine Lücke zwischen mich und den letzten verbliebenen Verfolger. Der Tscheche läuft mit einem Zero Ski sehr stark, kommt aber selbst an den Bergen nicht mehr heran. Die zweite Hälfte der vierten Runde ist dann ein Lauf mit einem Lächeln für die vielen deutschen Unterstützer, sie haben versorgt, Fotos geschossen und angefeuert. Nun kann ich etwas zurückgeben, die vierte Goldmedaille im vierten Rennen!

Sowohl die Abendveranstaltungen zur Medaillenübergabe als auch die Abschlussgala waren ganz großes Kino. Acht ehemalige Olympiasieger von Maurilio de Zolt, über Silvio Fauner bis hin zu Pietro Piller Cottrer sind auf der Bühne sozusagen zum Anfassen. Mit Musik und toller Stimmung geht der Masters World Cup (MWC), der in meinen Augen organisatorisch schwer zu toppen sein wird zu Ende.

Für mich ist dieser MWC der Höhepunkt meiner bisherigen Langlauf „Karriere“. Mit 30 Jahren habe ich erstmals auf den schmalen Brettern gestanden, 28 Jahre später stimmt in dieser Woche in Sappada einfach alles, die Gesundheit, die Form, die Ski. Die Jungs von HWK hatten die richtigen Tipps gegeben und mein Skikumpel und Wachser Matthias hat dies auf die Bretter gebracht und ich brauchte nur noch laufen und durfte das alles vergolden!

Michael Richter


01. Februar 2026, Bedřichov: 59. Iserlauf

3:50 Uhr Wecker klingeln, endlich. Munter bin ich schon eine Weile. Schnell Kaffee kochen, 10 min später sitze ich im Auto und hole der Reihe nach Olaf S., Dirk + Christoph R. und Richard W. ab. Dank zeitiger Anmeldung haben wir uns einen Parkplatz in Bedrichov ergattert.

6:30 Uhr Ankunft, erstmal Frühstück. Lecker Müslipamps und Tee. Langsam dämmert es, wir tragen noch den seit Tagen favorisierten Klister auf und laufen kurz darauf zu Fuß die 15 min in den Startgarten. Hier ist schon ganz schön was los. Jeder folgt seiner eigenen Routine: WC, Ski in Startwelle legen, WC, Sachen abgeben, WC, so tun als ob man sich warm macht, nochmal WC und dann geht’s endlich los. Olaf, Dirk und Ritchi in der 1. Welle, ich in der Zweiten und Christoph in der Dritten.

Startschuss, ich stehe in meiner Welle ganz vorn und habe ab Beginn freie Bahn und kann beliebig die Spuren wechseln. Luxus. Ab Na Kneipě bin ich dann allein auf weiter Flur, weder vor mir noch hinter mir Wettkämpfer. Ist hier eigentlich Wettkampf??? In den Wellen des Todes (Der Streckenabschnitt hat den Namen von einer elend langen Geraden die man sich zu Tode quält, wenn man nicht mehr schieben kann) laufe dann hinten in die 1.Welle rein. Wo ist eigentlich Dirk der alte Tiefstapler? Der wollte doch einen auf Skitour machen, den müsste ich doch bald mal einsammeln? An der Smedava fülle ich den Ofen nochmal ordentlich mit Brennstoff für die restlichen 20 km. Am folgenden Berg, gefürchtet von fast jedem Läufer, lobe ich mir unsere Wachswahl, der Ski steht bombe. Im Gegensatz zum Rest der Strecke läuft der Ski in der weißen Küche dann nicht ganz so gut, stumpfer Schnee forderte hier alle zum erhöhten Krafteinsatz. Nach dem Hřebínek hat der Veranstalter dieses Jahr noch eine Extraschleife eingebaut. Zum einen ist die Strecke damit ca. 3 km länger als sonst und ist auch mal wirklich 50 km lang, zum anderen war die Hoffnung, durch die zusätzlichen Anstiege in der Spitzengruppe einen Fortentscheid herbeizuführen, um einen Massensprint entgegenzuwirken. Hat aber nicht geklappt.

Zieleinlauf, so - und wo sind die anderen jetzt? Olaf und Ritchi laufen mir grinsend entgegen, wenig später Dirk. Nix war mit Skiwandern, die Routiniers haben geliefert, und wie. Christoph kommt auch bald ins Ziel, ihm muss man zugutehalten, dass er die wesentliche Zeit auf Ski mit dem Training unserer Kinder verbringt, während wir Papas in der Zeit zum Trainieren kommen. WinWinWin sozusagen =).

Schön war's! Der WK taugt eigentlich als Saisonhighlight, wäre da nicht noch der Miriquidi...

Den 50er absolvierten vom Skiklub noch Sven K. und Peter G. Außerdem gab es am Iserlauf-Wochenende noch weitere Wettkämpfe. Hier waren Insa und Ines U. mit am Start.

Aufgeschrieben von Peter J.


24./25. Januar 2026, Bodenmais: 32. Skadi-Loppet

Während vom 23-25.01.2026 in Klingenthal die Vereinsjugend erfolgreich bei den Landesjugendspielen um die Titel kämpfe, fuhr gleichzeitig eine kleine Skiklubdelegation zum Skadi-Loppet nach Bodenmais.

Samstag konnte wahlweise 22/42 FT gelaufen werden, der lange Kanten fungierte gleichzeitig als Europameisterschaft im Skimarathon. Sonntags standen dann die gleichen Streckenlängen in KT an. Die Langstrecke wurde wiederum gleichzeitig als Deutsche Meisterschaft im Skimarathon gewertet.

Beide Rennen konnten unter besten Wetterbedingungen ausgetragen werden, mit dem Klister musste auch nicht viel rumexperimentiert werden. Einzig die Schneeauflage lies in Teilbereichen etwas zu wünschen übrig, sodass die Rennen bleibende Spuren am Material hinterlassen haben.

Rein vom Gefühl her hätte das Gesamt-Starterfeld durchaus größer sein können. Nächstes Jahr wird der Skiklub dann sicher wieder in größerer Vertretung anreisen und für mehr Teilnehmer bei diesem schönen Lauf sorgen!

Die Ergebnisse unsere Teilnehmer:
3 km FT
Leonhard Römhild 1. AK

22 km FT
Ines Uhlig 1. AK, Gesamt 20.
Peter John 3. AK, Gesamt 38.
Dirk Römhild 8. AK, Gesamt 64.

22 km KT
Ines Uhlig 1. AK, Gesamt 8.
Insa Uhlig 7. AK, Gesamt 15.

42 km KT
Peter John 6. AK, Gesamt 60. (und Platz 3 seiner AK in der Wertung DM-Skimarathon)
Dirk Römhild 7. AK, Gesamt 69.
Uwe Durdel 23. AK, Gesamt 127.

Aufgeschrieben von Peter J..


14. September 2025, Geising: 41. Kohlhau TeamMarathon

Am Morgen des 14.09.2025 trafen sich wieder zahlreiche junge und im Herzen junge Sportler vom Skiklub unterhalb der Kohlhaukuppe zum alljährlichen Kohlhau TeamMarathon ein. Viele Staffeln konnten die anspruchsvolle Crossstrecke mit anstrengenden Höhenmetern nicht nur meistern, sondern dabei auch einige Konkurrenten hinter sich lassen und Medaillen erringen.

Wie jedes Jahr luden die Organisatoren von der Skizunft Dresden zum Hüttenteich unterhalb der Kohlhaukuppe zum TeamMarathon ein. Viele Sportler ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen und meldeten sich an – mit sehr kreativen Teamnamen wie etwa „Niedersedlitz - John Pork ist calling“. Das herbstliches Wetter hatte zwischendurch sogar etwas Sonne zu bieten. Für die Jüngeren ging es in Zweierteams insgesamt vier-, acht-, bzw. zehnmal um den Hüttenteich – mit mehreren Top 3 Platzierungen:

„Niedersedlitzer Schneeflöhe“ – 1. Platz mU7
„Niedersedlitzer Schneehasen“ – 2. Platz mU7

„Niedersedlitzer Schneeeulen“ – 1. Platz w S7/8
„Niedersedlitzer Schneefüchse“ – 2. Platz w S7/8

„Niedersedlitzer Schneemänner“ – 1. Platz m S7/8
„Niedersedlitzer Schneeflocken“ – 2. Platz m S7/8

„Niedersedlitzer Schneesterne“ – 3. Platz w S9/10

„Niedersedlitzer Schneeleoparden“ – 1. Platz m S9/10
„Niedersedlitzer Schneejäger“ – 2. Platz m S9/10

„Niedersedlitzer Schneekanone“ – 3. Platz w S13/14

„Niedersedlitzer Oldies“ – 1. Platz w J15/16

„Das dynamische Niedersedlitzer Duo“ – 1. Platz m J17/18

Für die Großen ging es mehrmals über die Kohlhaukuppe – auf einer sehr anspruchsvollen Crossstrecke mit vielen Höhenmetern. In Zweier- bzw. Viererteams wurde so je zusammen eine Marathondistanz zurückgelegt. Nach getaner Schnauferei konnte man sich dann über die vielen Leckereien im Ziel hermachen. Auch hier waren wieder mehrere Podestplatzierungen dabei:

„Niedersedlitz – John Pork is calling“ – 1. Platz m 4er-Team

„easy-sedlitz“ – 2. Platz Mix 4er-Team

„Niedersedlitzer Schneeglöckchen“ – 1. Platz w 4er-Team

„Niedersedlitzer Gipfelstürmer“ – 2. Platz m 2er-Team

Danke an die Skizunft Dresden für die tolle Organisation und für die vielen Sportler des Skiklubs, die teilgenommen haben.

Euer Team „John Pork is calling”


März 2025: Eine alpine Skitour

So schön es in den Loipen des Erz- und Isergebirges ist - mindestens einmal im Winter ruft mich das Hochgebirge. Dann geht es auf Skitour. Also mit leichten alpinen Ski, loser Ferse und Steigfell auf einen großen Berg, und mit fest fixierten Schuh über unberührten Schnee wieder hinab. Der geübte Tourengeher bewältigt auf einer Tour um die 1200 Höhenmeter. Oft auch mehr. Diese Saison ich das Glück insgesamt an 20 Tagen auf den breiten Lappen durch die Berge streifen: Zuckerhütl, Olperer und Rinderhorn waren bekanntere Ziele. Höhepunkte war ein jedoch Ausflug zur Hochwilde am Alpenhauptkamm, ganz am Ende des Ötztals.

Gestärkt vom Übungsleiter-Festessen (danke an alle spendablen Eltern und Mitglieder) wurde ich am Donnerstag 21 Uhr vom Sportplatz abgeholt und auf ging es mal wieder gen Österreich. Vom 21. bis 24.3. wollten wir in einer illustren 8er Runde die Gipfel rund die Langtalereckhütte besteigen. Michael Zedel und Felix Bähr kenne ich aus der gemeinsamen Jugendzeit im Skiklub. Mit Schwager, Nachbar, Kletterfreund, Skitourenbuddy und Lauffreund war die Gruppe vollständig und 9 Uhr ging es am Freitag auf gemütlichen Wegen zur Hütte auf 2450 m. Nach kurzer Rast bestiegen wir am Nachmittag das Eiskögele (3228 m) - ein idealer Skiberg mit rassiger Abfahrt vom Gipfel.

Am Samstag wählten wir den langen Zustieg über den Gletscher „Langtaler Ferne“ zur Hochwilde (3482 m). Wir starteten bei Sonnenschein mit Schäfchenwolken. Bei Südströmung stauten sich jedoch die Wolken am Hauptkamm und nach 3 h gemäßigten Aufstieg, trabten wir mit GPS und Handykarte in dichten Wolken unterhalb des Gipfels im Schneefeld umher. Nunja, den richtigen Aufstieg zum höchsten Punkt verpassten wir. Die lange Abfahrt war dennoch lohnend und pulvriger Schnee stiebte bei unzähligen Schwüngen unter dem Ski. Eine Wucht.

Erlesen war die Tour auf den Mittleren Seelenkogel (3475 m) am kommenden Tag. Im Führer mit WS+ bewertet (wenig schwer), starteten wir zuversichtlich und frohgemut im Sonnenschein. Die verschneite Gipfelflanke thronte steil über einem kleinen Seelenferner, begrenzt von einen scharfen, markanten Nordgrat. Da wir uns unsicher waren, ob der Schnee in der steilen Flanke trägt, stiegen wir über den Grat in ausgesetzter Kletterei zum Gipfel. Natürlich gesichert, aber leider nicht mehr wenig schwierig und damit nicht für alle machbar. Wolken spielten mit uns. Vereinzelt umkreisen uns Schneeflocken. Zu 6. erreichten wir nach 1,5 h Kraxelei den Gipfel. Sollen wir die Flanke abfahren? 200 Hm mit 30°-35°, an der steilsten Stelle hatte sie knapp 40°. Kurze Abwägung von Schneeprofil, Exposition und Gelände - wird schon passen. Felix fährt ein, der Schnee rutscht locker, hat eine ideale, unkritische Konsistenz. Tief durchatmen und hinab in großen und kleinen Schwüngen. Was für eine Gaudi! Am Montag gab es nochmal Nachschlag mit der nahe gelegenen Hochebenscharte bevor es über das Skigebiet Obergurgl zurück ins Tal und erlebnisbetrunken gen Heimat ging.

Hochskitouren, also alpine Skitouren über 2500 m, sind für mich die schönste Form des Wintersports. Kondition und Skitechnik im Aufstieg und Abfahrt, Abenteuer, Orientierung und Bergerlebnis, Strategie und Taktik, Gruppendynamik und Freundschaften, Wetter, Schnee- und Lawinenkunde. Es ist komplex und aufregend. Und es ist immer wieder wunderschön bei Wind und Wetter die Spur in die verschneiten Hänge zu ziehen, sich atmen zu hören und sonst nichts. Und damit gibt es wiederum parallelen zu einzelnen Wintertagen in Zinnwald, wo alles begann. Danke an Olaf, Frank und Badde für die erste Einführung, damals zur Chemnitzer Hütte (ihr wisst schon, die Tour ohne Schlafsäcke und Ofen im Winterraum)! Wer mehr erfahren möchte, meldet sich. Ski und Bergheil!

Richard W.


20. März 2025, Niedersedlitz-Luga: Übungsleiterbesprechung

Am 20. März hieß es für unsere Übungsleiter und den Vorstand „Guten Appetit“ und schmecken lassen.
Das Geld von der Weihnachtssammelaktion kam zum Einsatz.

Bei leckerem Essen und Kerzenschein konnte sich mal abseits vom Training in vielen Gesprächen ausgetauscht werden.

Vielen Dank an alle Eltern und Kinder für diesen schönen Abend.


24.-28. Februar 2025, Klingenthal: Wintertrainingslager

Als Erstes trafen sich alle Montagmorgen 6:45 Uhr am Bahnhof Niedersedlitz, um das Gepäck zu verstauen.

Zwei Stunden später kamen alle nacheinander in Klingenthal-Mühleiten an. Dann ging es ab zur ersten Trainingseinheit auf die Ski.

Im Training haben wir uns fokussiert auf Technik in der Klassischen-und der Skating Technik. Um unsere Technik für den Trainingswettkampf am Mittwoch zu verbessern (z.B. Doppelstock mit Zehenschritt/Zwischenschritt, Pendler, Gleitphase).

Dies brachte unsere Leistungen zum Glänzen. Die TG3 musste einmal in jeder Technik die 800 m Strecke absolvieren, die TG2 musste dies 2x absolvieren und TG1 zweimal plus ein Skiathlon. Am Nachmittag began das Stationstraining mit 4 Stationen, wo es verschiedene Parcours zu bewältigen gab. Von über denn Skisack zu springen bis zu Kreiselfahren gab es verschiedene Schwierigkeitsgrade.

In der Halle haben wir das Skifahren im Trockenen geübt. Das nennt man Imitation. Weniger trocken war das abschließende Ballspiel, Jägerball unendlich. Abends war noch ein bisschen Energie übrig, aber alle mussten um 9 Uhr ins Bett. Warum so früh? Wegen der Lautstärke in der Mittagspause. Am nächsten Tag haben die TG2 und TG1 fleißig Runden gesammelt, während die TG3 noch mal das Skating übten. Am Nachmittag haben die Trainer eine tolle Schnitzeljagd organisiert, nur leider gab es keine Schnitzel 😢. Am Abend gab es den klassischen Spieleabend. Das letzte Training Freitagvormittag wurde mit vielen Spielen gekrönt. So nahm das Trainingslager am Freitagmittag sein Ende.

Ergebnisse Trainingswettkampf (Ski FT+CL)

Aufgeschrieben von Martha W. & Lotte J.


Oktober 2024: Auf dem Dach von Afrika

Schon seit einigen Jahren hatte sich der Gedanke in meinem Kopf festgesetzt, den mit 5895 Metern höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo, zu besteigen. Ich hoffte natürlich, einen Berg bedeckt mit Schnee auf dem Gipfel mitten in Afrika zu erleben.

Bei der Planung stellt man schnell fest, dass eine Begehung im kleinen Alpinstil, also ohne Bergführer und Träger, nicht mehr möglich ist. Es blieb nur der Weg, die Besteigung mit Hilfe einer Reiseagentur zu organisieren. Auf Empfehlung aus dem Freundeskreis haben wir eine solche in Moshi, der Stadt am Fuße des Kili, gefunden. Das hat uns die Entscheidung bei über 500 Anbietern vor Ort deutlich erleichtert. Als Eingehberg hatten wir, meine beiden Kletterkumpels und ich, den Mt. Meru gewählt. Durch anfänglich grüne Wiesen mit Giraffen und Kaffernbüffeln, später Regenwald und schließlich karger Fels haben wir den 4566 Meter hohen Gipfel am dritten Tag erreicht. Nach zügigem Abstieg an selbigem Tag mussten wir feststellen, dass aufgrund der Höhe in Kombination mit dem relativ steilen Gelände am Gipfeltag der Eingehberg wohl etwas zu straff gewählt war. Ein Ruhetag in Moshi sollte helfen, meinen Muskelkater zu vertreiben.

Für den Kilimandscharo hatten wir bewusst die Rongai Route gewählt: Nord-, also Sonnenseite (wir befinden uns ja auf der Südhalbkugel), kein Regen, kontinuierlicher Anstieg, Unterbringung in Zelten und fast allein auf dieser Route. Das Team bestand aus 11 Trägern, einem Koch und zwei Bergführern. Mit dem Gedanken muss man erst einmal zurechtkommen, denn wir sind sonst gewöhnt, hohe Berge selbständig ohne externe Hilfe zu besteigen. Menschlich war es dafür eine Bereicherung. Jeden Morgen hat die gesamte Crew unter „Chorleiter“ Hans einheimische Lieder angestimmt und uns damit in den Tag geschickt. Ach ja, da war ja noch die Überraschung, dass einer unser Bergführer mit Vornamen Hans hieß, nach dem deutschen Erstbesteiger Hans Meyer, der am 6. Oktober 1889 als erster Mensch den Gipfel des Kili erreichte. Unser Hans war bereits 121-mal ganz oben gewesen, die geballte Erfahrung also und das Gefühl versprühend, an seiner Arbeit Freude zu haben. Dabei lehrte uns der Guide, am Berg bewusst langsam zu gehen, um gut akklimatisiert den Gipfel zu erreichen. Das schwingende „Pole Pole“, langsam, langsam, wird uns in den nächsten Tagen mahnend begleiten.  In vier Tagen sind wir von 1700 m bis ins höchste Lager auf 4700 m gestiegen. Dort war am Gipfeltag um Mitternacht Start, um nach reichlich 6 Stunden im Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu stehen. Die Luft war dünn, die letzten Höhenmeter nicht leicht, also immer schön „Pole Pole“.  Der herrliche Sonnenaufgang und der Blick auf den Mt. Meru entschädigten jedoch reichlich für die Strapazen. Wir konnten in einiger Entfernung noch Gletscher sehen, oder besser, was davon noch übrig ist. Sie werden wohl in den nächsten Jahren gänzlich verschwinden! Das Dach Afrikas wird dann nur noch nach Schneefällen weiß sein und einen Teil seiner Magie verlieren.

Nach dem Abstieg und einem erneuten Ruhetag haben wir uns nach Kenia begeben, um unsere Gipfel Trilogie mit der Besteigung des Mt. Kenia, dem zweithöchsten Gipfel Afrikas, abzuschließen. Nach langer, ganztägiger Autofahrt, unter anderem durch die Millionenstadt Nairobi, sind wir dieses letzte Abenteuer angegangen. Gleiches Vorgehen wie am Kili, mit Trägern und Bergführer geht es in das Hochlager auf 4200 m. Der Berg selbst zeigt sich ganz anders. Nach der ausgeprägten Trockenheit an Mt. Meru und Kilimandscharo laufen wir hier am zweiten Tag 18 km in fließendem Wasser ergänzt durch mehrere Stunden Dauerregen in der zweiten Tageshälfte. Die Regensachen hatten wir also doch nicht umsonst mitgenommen. Der nächtliche Aufstieg zum Lanarna Gipfel des Mt. Kenia war dann trocken, jedoch im Schnee, ein toller Kontrast zum staubigen Kili. Durch den vielen Regen, der weiter oben als Schnee nieder ging, war die Besteigung des Hauptgipfels über eine Kletterroute nicht möglich. Die einsetzende Regenzeit war uns zuvorgekommen. Nur die erste Seillänge in relativ steilem Felsen konnten wir für uns verbuchen, danach standen wir in fließendem Wasser.

Nachdem wir über 150 km inklusive 10 000 Höhenmetern zu Fuß an den drei Bergen zurückgelegt hatten, folgten drei Tage entspannter Safari mit herrlichen Tierbeobachtungen in den Nationalparks Lake Manyara, Ngorongoro Crater und Tarangire. Dabei hatten wir das Glück, das Baden einer Elefantenherde und die erfolgreiche Jagd einer Karakal Wildkatze live zu erleben. Fressende Giraffen, herumziehende Gnus, Zebras, Strauße, Antilopen und Büffel, faul im Wasser liegende Hippos und vor sich hindösende Löwen gab es zu bestaunen.

In den drei Wochen in Tansania und Kenia haben wir viele freundliche und hilfsbereite Menschen kennen gelernt. Nach anstrengenden und erfolgreichen Tagen in den Bergen mit anschließender erlebnisreicher Safari konnten wir mit erfüllten Herzen die Heimreise antreten. Und eines haben wir ganz gewiss gelernt, mit „Pole Pole“, also viel Gelassenheit, sind auch große Ziele erreichbar!

Michael Richter